Definitionen und Begriffe zum diabetischen Fuß

Hier finden Sie eine Sammlung von Begriffen zum diabetischen Fußsyndrom. Klicken Sie auf den Begriff, den Sie suchen, und lesen Sie die Definition.

Wir klären Begriffe zum diabetischen Fuß, die sie wissen sollten.

Arteriosklerose

Eine Arteriosklerose (auch Arterienverkalkung oder -verhärtung genannt) bezeichnet die Ablagerung von Kalt, Fetten, Bindegewebe oder Thromben in den Blutgefäßen.

Charcot-Fuß

Der Charcot-Fuß ist eine Erkrankung des Fußes, bei der es zu Knochenbrüchen und Deformitäten kommt. Aufgrund einer meistens gleichzeitig vorliegenden Nervenschädigung (Neuropahtie), verspüren Betroffene kaum bis gar keine Schmerzen durch den Charcot-Fuß. Liegt bei einem Diabetiker ein Charcot-Fuß vor, wird dies auch als Diabetisches Fußsyndrom bezeichnet.

Nach der Sanders / Frykberg-Einteilung kann der Charcot-Fuß an unterschiedlichen Stellen in Erscheinung treten:

 

Typ Ort Häufigkeit
I Vorfuß (Metatarsophalangeal- und Interphalangealgelenke) 10-30%
II Mittelfuß (Lisfranc-Gelenk und Bona-Jäger-Gelenklinie) 15-48%
III Fußwurzel (Chopart-Gelenk) 30%
IV Sprunggelenk (Talus) 10%
V Ferse (Calcaneus) 2%

 

Quelle: Sanders L, Frykberg R. Diabetic neuropathic osteoarthropathy: the Charcot foot. In: Frykberg R, ed. The high risk foot in diabetes mellitus. New York: Churchill Livingstone; 1991, pp. 297–338.

Hallux valgus

Hallux valgus (auch Überbein genannt) bezeichnet den Schiefstand des großen Zehs durch die Abweichung des ersten Mittelfußknochens. Dabei ist der große Zeh am Fußaußenrand nach innen abgeknickt. Als häufige Ursache der Fehlstellung gilt das Tragen des falschen Schuhwerks über einen längeren Zeitraum.

Ischämie

Bei einer Ischämie handelt es sich um eine mangelnde Durchblutung des Gewebes infolge eines arteriellen Verschlusses, welcher bis zu einer kompletten Unterbleibung des Blutflusses führen kann. Durch die fehlende arterielle Blutzufuhr kommt es zu Sauerstoffmangel im Gewebe. Die Ischämie wird als Leichenblässe der Haut und später als fleckenförmige Blaufärbung sichtbar.

Krallenzehen

Krallenzehen sind Fehlstellungen oder Verformungen der Zehen. Durch eine Überstreckung des Grundgelenkes bei gebeugtem Mittel- und Zehengelenk entsteht ein Ungleichgewicht der Fußmuskulatur. Diese Verformung ist meistens auf ein falsches Schuhwerk zurückzuführen und kann mit anderen Fußveränderungen wie zum Beispiel dem Spreizfuß einhergehen.

Makroangiopathie

Makroangiopathie ist eine häufige Folgeerkrankung bei Diabetes und steht für eine Gefäßerkrankung, bei der es zu Ablagerungen an den Gefäßwänden kommt. Die Makroangiopathie betrifft dabei die großen Arterien im Gehirn, im Herzen und in den Beinen. Die Ablagerung („Plaque“) führt zu Verengungen und Verstopfungen der Schlagadern, die zum Beispiel in Form von Arterienverkalkung (Arteriosklerose) auftreten kann.

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)

Häufig mit dem nicht ganz korrekten Begriff „Multi-resistenter Staphylococcus aureus“ bezeichnet, handelt es sich bei MRSA um eine Straphylokokkenart (Bakterienart) die multiresistent gegen verschiedene Antibiotika ist. Das bedeutet, dass der Befall von MRSA durch Antibiotika nur schwer zu behandeln ist. Kommt es bei Diabetikern mit Wunden, vor allem beim Diabetischen Fußsyndrom, zu einer Besiedlung oder Infektion durch MRSA, kann sich dies negativ auf den Wundheilungsverlauf auswirken.

Mikroangiopathie

Im Gegensatz zur Makroangiopathie, bei der es sich um eine Gefäßerkrankung der großen Arterien im Gehirn, Herzen und in den Beinen handelt, sind bei der Mikroangiopathie die kleinen Blutgefäße betroffen, die Schäden vor allem an Netzhaut (Retinopathie) , den Nieren (Nephropathie), den Nerven (Neuropathie) und dem Gehirn verursachen können.

Nephropathie

Nephropathie steht für die Erkrankung der Nieren. Die diabetische Nephropathie ist eine häufige Komplikation des Diabetes mellitus als Folge eines über einen längeren Zeitraum erhöhten Blutzuckerwertes. Sie geht einher mit einer erhöhten Menge eines bestimmten Eiweißes (Albumin) im Urin und einer Vermehrung der Blutfette. Diabetikern wird empfohlen, mindestens einmal jährlich beim Arzt das Urin mithilfe eines Albumin-Tests zu überprüfen.

Betroffene Patienten klagen häufig über Kopfschmerzen, Müdigkeit, Juckreiz und Gewichtzunahme. Laut  Leitlinien liegt bei etwa 8 – 54% (Typ I) und bis zu 46% (Typ II) der Diabetiker eine Nephropathie vor. Nach Schätzungen des Gesundheitsberichts 2015 lieg die Prävalenz wesentlich geringer bei 7 – 15%.

Quelle: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2015

Neuropathie und Polyneuropathie

Unter dem Begriff Neuropathie oder Polyneuropathie (poly (griech.) = viele) versteht man die Erkrankung und Schädigung der peripheren Nerven.  Die Nervenschädigung ist ein häufiges Phänomen bei Diabetikern. Sie hat zufolge, dass die Muskelkontraktion, Hautsensibilität und das Empfinden von Temperaturen, Vibrationen und Schmerz eingeschränkt werden beziehungsweise ganz ausbleiben können. Ursache der nicht-traumatischen Polyneuropathie bei Diabetikern ist häufig ein über einen längeren Zeitraum schlecht eingestellter Blutzuckerwert. Laut Schätzungen sind etwa zwei von drei Diabetikern von einer Neuropathie betroffen.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

Bei der pAVK (auch Schaufensterkrankheit genannt) handelt es sich um Durchblutungsstörungen in den Extremitäten  (Arm- und Beingefäße). Sie entsteht durch eine Verengung oder Verstopfung der Arterien, meistens Aufgrund einer Arteriosklerose. Dabei verschlechtert sich die Sauerstoffversorgung der Muskeln und es kann zu starke Schmerzen bei Belastungen kommen.

Podologe

Podologen führen fußpflegerische Behandlungen durch. Darunter zählen vor allem bei Diabetespatienten die Nagelpflege, die Entfernung von Hornhaut und die Beratung / Schulung zu täglichen Selbstpflege durch den Patienten. Laut Podologengesetz (PodG) ist die Podologie als medizinischer Fachberuf definiert. Besitzt der Podologe eine Kassenzulassung, lassen sich vom Arzt verschriebene Behandlungen bei vorhandenem Diabetischem Fußsyndrom, wie die Nagelbehandlung und die Hornhautentfernung, mit den Krankenkassen abrechnen.

Bei der Wahl des Podologen sollten Sie unbedingt darauf Acht geben, dass dieser laut §1 des Podologengesetzes (PodG) eine Berechtigung zur medizinischen Fußpflege besitzt. Medizinische Fußpfleger sind darauf geschult, präventive, therapeutische und rehabilitative Behandlungen bei Diabetikern durchzuführen.

Mehr Informationen finden sie beim Deutschen Podologen Verband e.V.

Retinopathie

Retinopathie ist ein Überbegriff für verschiedene Netzhauterkrankungen. Die diabetische Retinopathie ist eine häufige Folgeerkrankung von Diabetes mellitus. Durch zunehmende Schädigung der kleinen Blutgefäße (Mikroangiopathie) kann das Sehvermögen bis hin zur Erblindung eingeschränkt werden. Hauptfaktoren bei der Entstehung sind Dauer der Diabeteserkrankung, ein schlecht eingestellter Blutzucker, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. Diabetikern wird empfohlen, regelmäßig beim Augenarzt eine Augenspiegelung durchzuführen.

Stentimplantation

Ziel einer Stentimplantation ist die Dehnung von Blutgefäßen zur Verbesserung der Durchblutung. Liegt zum Beispiel eine Ablagerung von Fett, Kalk oder anderen Stoffen im Gefäß vor (Arteriosklerose), kann durch diese Implantation der Blutfluss wieder verbessern werden. Bei dem Eingriff werden sogenannte Stents (dehnbare Röhrchen aus Metall) durch einen Ballonkatheter in die Arterien eingesetzt. Dann werden die Stents ausgedehnt und mit ihnen die Blutgefäße erweitert.

Ulkus

Ein Ulkus (lat. = Geschwür) ist eine Verletzung der Haut oder Schleimhaut. Ursachen bei Diabetikern sind häufig Durchblutungsstörungen, Überbelastung oder Infektionen.

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