Tägliche Fußpflege

Was gehört alles zum Fußpflege-Set für Diabetiker?

Fußbad

Das Reinigen der Füße und die Pflege trockener Haut beugen Entzündungen, Pilze und Rissen vor. Verwenden Sie daher ein Fußbad mit lauwarmem Wasser. Die Wassertemperatur sollte dabei die Körpertemperatur von etwa 37°C nicht überschreiten, um Verbrennungen zu vermeiden. Verwenden Sie zur Messung jedes Mal ein Thermometer. Für das Fußbad eignet sich die Verwendung einer milden, rückfettenden Seife oder Waschlotion. Verwenden Sie zum Reinigen einen sanften Waschlappen.

Das Fußbad sollte höchstens drei bis fünf Minuten dauern, damit die Haut nicht zu sehr einweicht. Bei zu langem Baden können Risse entstehen, die eine Eintrittsstelle für Keime und Bakterien darstellen.

Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Reinigen vorsichtig und ordentlich ab. Achten Sie dabei vor allem auf die Zehenzwischenräume, denn durch die Feuchtigkeit können dort schnell Pilze entstehen.

Vorsicht bei bereits vorhandenen Wunden: Vermeiden Sie Fußbäder mit Jod. Es kann vor allem das gesunde Gewebe in Wunden angreifen.

Nagelpflege

Seien sie besonders Vorsichtig bei der Verwendung von Nagelfeilen. Verzichten Sie dabei auf spitze Gegenstände wie Scheren oder Nagelknipser, um Verletzungen zu vermeiden. Glasnagelfeilen gelten als geeignet, da sie an den Kanten abgerundet sind.

Es empfiehlt sich ebenfalls der regelmäßige Gang zum medizinischen Fußpfleger (Podologen) zur Pediküre oder zur Behandlung von Verletzungen oder Nagelveränderungen. Vor allem bei Sehschwäche ist es ratsam, die Pediküre nicht selbst durchzuführen und evt. Verletzungen zu verursachen.

Hornhaut entfernen

Hornhaut sollte regelmäßig entfernt werden bevor Risse (Schrunden) entstehen. Hierbei können Sie auf Cremes zur Hornhautentfernung oder Aufweichung zurückgreifen. Sie enthalten Salicylsäure, welche die Hornhautneubildung hemmen und die vorhandene Hornhaut ablösen kann. Zudem können Sie bestehende Hornhaut mithilfe eines Hornhautschwamms oder Bimssteins entfernen. Vermeiden Sie in jedem Fall die Verwendung von spitzen Gegenständen wie Scheren, Knipsern oder Hornhautraspeln, da diese zu Verletzungen führen können.

Bei dickeren Hornhautbildungen sollten Sie zur Behandlung zu einem medizinischen Fußpfleger gehen. Falls Sie eine Überweisung von Ihrem Arzt bekommen, können Sie die Behandlung in den meisten Fällen mit Ihrer Krankenkasse abrechnen.

Eincremen oder noch besser: einschäumen

Aufgrund von gestörter Schweißsekretion sind Diabetiker-Füßen sehr trocken und spröde. Um die Feuchtigkeit und die Elastizität der Haut zu bewahren oder zu erhöhen, können Sie Pflegecremes oder Pflegeschäume (auch Schaum-Cremes genannt) verwenden. Die Zehenzwischenräume sollten Sie bei der Anwendung auslassen.

Besonders geeignet sind Cremes und Schäume, die fetthaltig sind, schnell einziehen und ausreichend Feuchtigkeit spenden. Viele Anwender bevorzugen Schäume, da Sie ausreichend Feuchtigkeit bieten, jedoch die Haut nicht mit zu hohem Fettanteil belasten, weniger kleben und schneller einziehen. So können Sie Socken nach dem Einschäumen der Anwendung früher anziehen als nach dem Eincremen. Die Schäume enthalten meist drei wichtige Inhaltsstoffe:

  • Urea (Harnstoff): Wirkt feuchtigkeitsspendend und hält die Haut geschmeidig. Bei stärkerer Dosierung kann Urea zudem die Abwehrfunktion der Haut und die Regenerationsfähigkeit stärken.
  • Pentavitin (Saccharide Isomerate): Bestandteil sind natürliche Inhaltsstoffe der Hornhaut, welche das Feuchtigkeitsspeichervermögen der obersten Hautschicht stärken.
  • Panthenol: Wirkt feuchtigkeitsspendend und Wundheilungsfördernd.

Auf diese Anwendungen sollten Sie verzichten

Bei der täglichen Pflege sollten Sie darauf achten, dass die Ihre Füße nicht verletzen. Daher ist von folgenden Anwendungen dringend abzuraten:

  • Nagelpflege mit Nagelschere oder Knipser
  • Verwendung von Hühneraugenpflaster oder Tinkturen, da diese ätzend wirken und die Haut schädigen können
  • Hornhautentfernung mit Hornhautraspel oder anderen spitzen Gegenständen
  • Fußbad oder Verwendung von Wärmflaschen mit zu heißem Wasser, da diese bei Nervenschädigung (Polyneuropathie) unbemerkte Verbrennungen verursachen können

Fußpilz vorbeugen

Zur Vorbeugung von Fußpilz können Sie spezielle Pflegecremes oder Pflegeschäume verwenden. Darin enthalten sind Inhaltsstoffe, die durch eine Stärkung der Hautbarriere das Infektionsrisiko senken und so der Entstehung eines Fußpilzes entgegenwirken.

Sie sollten außerdem darauf achten, dass Sie in öffentlichen Bädern oder Duschen stets Badeschlappen tragen.

Kommt es dennoch zum Fuß- oder Nagelpilz, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich in der Apotheke nach spezieller Antipilz-Creme oder nach Pilznagellack zu erkundigen.

Diabetische Füße müssen täglich gepflegt und mit außreichen Flüssigkeit versorgt werden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Füße regelmäßige mit Fußbad reinigen
  • Wassertemperatur sollte dabei 37°C nicht übersteigen
  • Keine spitzen Gegenstände zur Nagelpflege und Hornhautentfernung verwenden
  • Fußfpleger können bei Nagelveränderung und Hornhaut helfen
  • Zur Vermeidung trockender Haut, Füße täglich mit Pflegeschaum eincremen

Wichtig: Dieser Beitrag dient nur als allgemeiner Hinweis und ist nicht als Anleitung zur Diagnose oder Behandlung bei Fußproblemen zu verstehen. Bei Komplikationen sollten Betroffene in jedem Fall ihren Arzt konsultieren.

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