Schuhe bei Diabetes

Worauf Sie als Diabetiker beim Kauf von „gesunden Schuhen“ achten sollten

Den passenden Diabetikerschuh zu finden ist eine Herausforderung. Als Diabetiker müssen Sie bei der Schuhwahl besonders viel beachten.

Wer kennt es nicht? Man sucht eine halbe Ewigkeit nach dem Schuh, der einem gefällt und dann passt er nicht richtig. Wer ihn dennoch kauft, riskiert Blasen oder eingewachsene Zehennägel. Gerade für Diabetiker können Verletzungen schnell gefährlich werden. Aufgrund von Nervenschädigungen (Polyneuropathie) und einem fehlenden Schmerzempfinden bleiben Wunden oft unbemerkt und können sich rasch entzünden. Diabetiker sollten daher besonders gut Acht geben bei der Wahl des richtigen Schuhs.

6 Tipps für den Schuhkauf

Hierauf sollten Sie beim nächsten Einkauf besonders achten:

  • Nicht zu eng: Die Schuhe sollten nicht zu eng sitzen, damit keine Druckstellen auftreten.
  • Nicht zu weit: Vor allem im Fersenbereich können bei zu lasch sitzenden Schuhen Blasen entstehen.
  • Idealerweise Naht-frei: Nähte im Innenfutter, vor allem im Vorfußbereich, können Druckstellen verursachen. Tasten Sie mit der Hand die Schuhinnenseite ab.
  • Feste Sohle: Als Schutz vor Steinen und Bordsteinkanten eignen sich Sohlen mit ausreichender Härte.
  • Ausreichend Platz für Einlagen: Zur Druckentlastung oder optimalen Druckverteilung können Sie beim orthopädischen Schuhmacher Schuheinlagen erhalten. Achten Sie daher beim Schuhkauf darauf, dass Ihre neuen Schuhe ausreichend Platz bieten.
  • Schuhe sollten wenn möglich abends gekauft werden, wenn die Füße im Regelfall meist dicker sind als morgens. So vermeiden Sie, dass der neue Schuh am nächsten Morgen drückt.

Spezielle Diabetikerschuhe (auch Gesundheitsschuhe oder Schutzschuhe genannt)

Grundsätzlich wird laut Nationaler Vorsorungsleitlinie unterschieden zwischen

  • Konfektionierten Spezialschuhen
  • Orthopädischen Maßschuhen (existieren als Interimsschuh, Hausschuh, Straßenschuh, Sportschuh und Badeschuh)

mit jeweils

  • Herausnehmbarer, konfektionierter Weichpolstersohle
  • Diabetesadaptierter Fußbettung

Zur Wahl des richtigen Schuhwerks sollte ein Arzt konsultiert werden.

Schuhe, die den Schutzanforderungen gerecht werden, bekommt man im Fachhandel oder beim orthopädischen Schuhmacher. Diabetikerschuhen sind oft im Obermaterial und im Futter nahtfrei, um Druckstellen zu vermeiden und bieten ausreichend Platz für Einlegesohlen oder diabetesadaptierte Fußbettung.

Eine Reihe von Diabetiker-Schutzschuhen sind im Hilfsmittelkatalog der Krankenkassen enthalten. Um die Erstattungsfähigkeit zu überprüfen, sollte man sich vor dem Kauf an seine Krankenkasse wenden. Nicht alle Diabetikerschuhe werden erstattet!

Zu guter Letzt: Egal welche Art von Schuhen Sie tragen – Sie sollten jedes Mal vorm Anziehen überprüfen, ob sich kleine Gegenstände wie Splitter oder Steinchen im Schuh befinden.

Darauf sollten Sie bei Diabetikerschuhen achten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Schuhe abends kaufen
  • Vor Kauf Schuhe auf Druckstellen überprüfen
  • Vor jedem Tragen Schuhe nach Gegenständen inspizieren
  • Bei orthopädischem Schuhmacher oder Arzt nach speziellen Diabetikerschuhen erkundigen

Wichtig: Dieser Beitrag dient nur als allgemeiner Hinweis und ist nicht als Anleitung zur Diagnose oder Behandlung bei Fußproblemen zu verstehen. Bei Komplikationen sollten Betroffene in jedem Fall ihren Arzt konsultieren.

Weitere Themen ...